
Franz Kumpl (Obmann)
Mein erster Kontakt mit der Maultrommel war als Kind, als ein katholischer Geistlicher aus Molln Priester in dem Dorf in OÖ wurde, in dem ich aufgewachsen bin. Er wurde einer der besten Freunde meines Vaters und schenkte mir eine Maultrommel aus Molln, die ich -neben dem Akkordeon und dem Klavier- zu spielen begann. Auf allen Reisen und Auslandsaufenthalten nahm ich forthin ein Maultrommel-Set mit. 1974-1975 Südostasien, 1983-1986 Gastprofessur an der Tokyo Gaidai-Universität in Japan, 1988-1990 Lehrbeauftragter an der Lomonossow-Universität in Moskau.
Ab 1990 Arbeit auf drei Ebenen: Lehre am Slawistik-Institut der Universität Wien, Projektentwicklung und Umsetzung humanitärer und technischer Know-How-Transfer Projekte für die humanitäre Organisation CARE in den Sowjetunion-Nachfolgestaaten, Organisation kultureller Veranstaltungen zwischen Russland und Europa.
Initiator und Co-Organisator des 3. Internationalen Maultrommelfestival-Kongresses 1998 in Molln, Initiator und wiederholt Obmann des Österreichischen Maultrommelvereins, Präsident der Internationalen Maultrommel-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1998.

Ulrike Töchterle (Obfrau-Stv.)
Als Archäologin und Restauratorin für Bodenfunde an der Universität Innsbruck beschäftige ich mich mit der Konservierung und Erforschung archäologischer Funde sowie mit Fragen zur materiellen Kultur vergangener Zeiten. Meine Begeisterung für historische Themen begleitet mich auch über den beruflichen Alltag hinaus: In meiner Freizeit widme ich mich musikarchäologischen Themen und musiziere im Ensemble Tempus für frühe Musik. Dabei bin ich auf die Maultrommel gestoßen, die mich seither nicht mehr loslässt.
Besonders prägend war für mich das Erlernen der Wechselspieltechnik bei Peter Magreiter und Manfred Russmann im Rahmen der Seminare für Hosensackinstrumente des Tiroler Volksmusikvereins. Seither liegt mir die Weitergabe dieser heute selten gewordenen Spielweise besonders am Herzen. Gemeinsam mit befreundeten Maultrommelspieler:innen entstand daraus der „Bayerisch-Tirolerische Maultrommelstammtisch“; mit Sigrid Bruckner-Juen spiele ich bei den „Eisenzupferinnen“.

Gertraud Melchner (Obfrau-Stv.)
Die Begeisterung für die Maultrommel weckte mein Vater Dieter Unkel bei mir. Er besuchte 1997 einen Maultrommel-Kurs bei Fritz Mayr in München und so lernten wir gestimmte Maultrommeln und die Wechselspieltechnik kennen. Meine ersten Versuche auf dem Instrument ließen allerdings noch etwas auf sich warten und mussten während meines Architektur-Studiums in München heimlich stattfinden, da meine Eltern Angst um meine Zähne hatten. Prägend waren für mich meine ersten Maultrommel-Seminare bei Günther Arnold und Manfred Russmann. Seit 1999 spiele ich mit großem Vergnügen gemeinsam mit meinem Vater und inzwischen im Trio „BrummEisenRoSt“ auch mit meinem Mann Christian. Meine Zähne habe ich immer noch, die Sorge meiner Eltern war also unbegründet 😉
2025 durfte ich als Referentin beim Hosensackinstrumente-Seminar in Schönberg in Tirol Maultrommel unterrichten. Ich bin als Lehrerin in Rosenheim tätig und freue mich als Mitbegründerin des Bayerisch-Tirolerischen Maultrommelstammtischs (2023) sehr über den Aufschwung, den das kleine faszinierende Instrument zurzeit erlebt.

Traudi Eibensteiner (Schriftführerin)
Vor 20 Jahren kam ich durch einen Enkelsohn zum Maultrommelspielen. Gemeinsam lernten wir bei Herbert Walter, später in Lohnsburg bei Manfred Russmann und Günther Arnold. Besonders ihre Musik in Wechseltechnik – ob Volksmusik oder auch klassische Stücke von Mozart – gefielen uns sehr. Annelies, Günthers Frau, zeigte mir dazu die Harfenbegleitung. Die Freude am Maultrommelspiel was ansteckend. So entstanden die „Brummeisenflüsterer“ – zeitweise mit bis zu sieben Maultrommelspieler:innen, begleitet von Gitarre oder Harfe. Wir spielten auch in kleinerer Formation bei Ausstellungseröffnungen, Feiern, Gottesdiensten, Wirtshausmusi und vielem mehr.
Höhepunkte waren 2014 der Auftritt im Brucknerhaus für Kindergartenkinder aus Oberösterreich, das Adventsingen im Schlossmuseum, 25-Jahr-Feier der Mollner Maultrommler sowie – besonders berührend – das Spielen für Sepp Jofen im Altersheim und später bei den Begräbnissen von Sepp und Günther. Die Maultrommelwelt brachte mir unglaublich viele schöne Begegnungen und weckte immer neues Interesse: jakutische Maultrommelspieler:innen mit Pferdegewieher, indische Spieler, ein Maultrommelspieler in Stockholm oder zuletzt Jonny Cope, den ich auf einer Englandreise besuchen durfte. Mit Freude brachte er stundenlang beinahe alle Maultrommeln aus seiner weltweiten Sammlung zum Klingen. Ein Mail an mich aus Taiwan vom dortigen Vertreter der Österreichischen Wirtschaft mit der Anfrage, ob es in Österreich Maultrommelspieler:innen und Schmiede gibt, war letztes Jahr schließlich mit ein Auslöser dafür, dass Franz Kumpl den Maultrommelverein wieder in Schwung brachte und ich bereit war, im Vorstand mitzuarbeiten.
Bis zur Pension 2018 arbeitete ich als Dipl. Ehe-Familien- und Lebensberaterin der Diözese Linz und 20 h als Betreuerin im Wohnhaus der Lebenswelt Schenkenfelden, einer Einrichtung für gehörlose, mehrfachbeeinträchtigte Erwachsene, insbesondere Menschen mit Autismus. Die Einrichtung ist Teil des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Linz, Institut für Sinnes- und Sprachenneurologie.

Gudrun Mayer (Schriftführerin-Stv.)
Vor mehr als zehn Jahren entdeckte ich durch CD-Aufnahmen den faszinierenden Klang der Maultrommel. Begeistert von ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten dieses kleinen Instruments führte mich mein Weg nach Molln zum Maultrommelbauer Sepp Jofen, dessen Instrumente ich bis heute mit großer Freude spiele.
Das Maultrommelspiel erlernte ich bei den Hosensackinstrumentenseminaren in Lohnsburg. Zunächst wurde ich von Josef Augendopler unterrichtet, später von Günther Arnold. Besonders beeindruckte mich die Musik von Günther Arnold und Annelies Brandstetter-Arnold, die die Maultrommel – das wohl kleinste Zupfinstrument – mit der Harfe als größtem Zupfinstrument auf einzigartige Weise verbinden.
Die Vielseitigkeit der Maultrommel begeistert mich bis heute. Ob in der Volksmusik oder in der klassischen Musik – das Instrument eröffnet überraschende musikalische Möglichkeiten. Besonders die Wechselspieltechnik hat es mir angetan. Bei den unterschiedlichsten Auftritten meines Ensembles „Saitentreff“ bereichert die Maultrommel das Programm um besondere Klangfarben und lässt viele Zuhörer:innen aufmerksam lauschen.
Bei den Seminaren lernte ich außerdem Manfred Rußmann kennen. In einigen Kursen in Molln durfte ich mit ihm das „Concertino in D“ von Johann Georg Albrechtsberger erarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt für mich war dann die Aufführung dieses Werkes im Juni 2025 im Rahmen des Garstner Sommerchors gemeinsam mit dem Kammerorchester Haidershofen unter der Leitung von Karlheinz Heimberger.
Die Maultrommel begleitet mich seither auf meinem musikalischen Weg – als traditionsreiches Volksinstrument ebenso wie als vielseitiges Konzertinstrument mit außergewöhnlichen klanglichen Möglichkeiten.

Jan-Simon Gumpenberger (Kassier)
Ich bin 2020 in Kirchdorf an der Krems durch Werner Kumpl zum ersten Mal mit der Maultrommel in Berührung gekommen. Nach den ersten Versuchen hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit dessen Bruder Franz Kumpl zu spielen. Dabei konnte ich verschiedenste Maultrommeln aus aller Welt ausprobieren. Diese Begegnung war für mich sehr wichtig und prägend. Ich fand es erstaunlich, welch eine Vielzahl an Klängen man mit einem scheinbar so einfachen Instrument hervorbringen kann. Zudem faszinierten mich die unterschiedlichen Bauarten der Maultrommeln von Anfang an. Kurz darauf begann ich, Unterricht bei Wolf Janscha und Erkin Alekseev zu nehmen.
2022 besuchte ich das 9th International Jew’s Harp Festival & Congress in Berlin. Dort lernte ich den Maultrommelschmied Luca Boggio kennen und war sofort von seinen handgeschmiedeten Maultrommeln begeistert. Angeregt durch die Erfahrungen in Berlin, begann ich schließlich selbst Maultrommeln zu schmieden. Es beeindruckt mich immer wieder aufs Neue, wie komplex und vielfältig dieses scheinbar so einfache Instrument sowohl im Spiel als auch in der Herstellung ist. Besonders faszinieren mich die jakutischen Khomus sowie die dazugehörigen Spieltechniken.
Beruflich bin ich in einem Ingenieurbüro im Bereich Hydrogeologie und Wasserwirtschaft tätig. Hauptsächlich beschäftige ich mich mit der Simulation von Starkregen- sowie Hochwasserereignissen.

Franz Halder (Kassier-Stv.)
Meine erste Begegnung mit der Maultrommel hatte ich bei einem Volksmusikseminar in der Steiermark. Ich verliebte mich sofort in dieses Instrument und besuchte anschließend einige Seminare bei Günther Arnold und Manfred Russmann. Einige Jahre lang trat ich gemeinsam mit Josef Augendoppler (Maultrommel) und Johann Reisecker (Kontragitarre) als „Hausruck Maultrommelmusi“ auf. Augendoppler organisierte viele Jahre das „Hosensackinstrumente-Seminar“ im Innviertel, das von Reisecker als Wirt beherbergt wurde.
Das größte Erlebnis mit meinen Maultrommeln war die musikalische Umrahmung einer Messe in der Krypta des Petersdoms in Rom, am Grab des heiligen Petrus.
Mein Anliegen ist es, die Maultrommel als Instrument stärker zu etablieren und sie einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Darüber hinaus setze ich mich dafür ein, ihr Potenzial in experimenteller Musik aufzuzeigen, denn die Maultrommel lässt sich mit zahlreichen anderen Instrumenten kombinieren – nicht nur in der Volksmusik, sondern ebenso in der Kirchenmusik, Klassik oder im Jazz usw.
Mein erlernter Beruf war Tischler, später wurde ich Postzusteller und arbeitete vierzig Jahre lang in der Zustellung, bevor ich mit 62 Jahren in Pension ging.
