Spielweisen


Die Maultrommel zählt zu den ältesten Musikinstrumenten weltweit und gehört zu den frühesten Formen bordunbasierter Musikpraxis. 

Beim Maultrommelspiel gibt es weltweit viele unterschiedliche Spieltechniken, die sich vor allem in Klanggestaltung und Handhabung unterscheiden. Die Grundtechnik basiert auf dem Anzupfen der Lamelle oder Zunge, während die Mundhöhle als Resonanzraum dient: Durch ihre Veränderung werden verschiedene Obertöne hervorgehoben, sodass Melodien entstehen, während ein konstanter Grundton (Bordun) stets mitklingt. In vielen Regionen wird nur eine einzelne Maultrommel gespielt und stark rhythmisch eingesetzt, oft zur Begleitung von Tanz oder Gesang.

In asiatischen Traditionen stehen feinere Klangnuancen im Vordergrund: Durch Atemtechniken, Kehlklänge oder gezielte Artikulation mit Zunge und Lippen entstehen sehr differenzierte, teilweise sprachähnliche Klänge.

Im alpenländischen Raum entwickelte sich jedoch eine besondere Technik: die Wechselspieltechnik. Dabei werden zwei oder mehr Maultrommeln unterschiedlicher Grundstimmung abwechselnd eingesetzt, um verschiedene Tonarten und harmonische Wechsel zu ermöglichen. Darüber hinaus existieren erweiterte Spielweisen, etwa durch variierte Atemtechniken, rhythmische Effekte oder Einflüsse aus außereuropäischen Traditionen, die das klangliche Spektrum zusätzlich erweitern. Moderne Musiker:innen nutzen die Maultrommel experimentell – etwa in Kombination mit anderen Instrumenten, mit elektronischer Verstärkung oder zur Erzeugung von Klanglandschaften.

Christoph Schulz - Wechseltechnik
© Olga Prass
Wolf Janscha - Wechseltechnik
© Olga Prass
Foto einer Frau mit Maultrommel
© Albina Degtarjova
Foto einer Frau mit Maultrommel
© Albina Degtarjova