Der Österreichische Maultrommelverein wurde 1994 gegründet, um die Maultrommel als traditionelles und zugleich vielseitiges Instrument wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Nach einem Bedeutungsverlust im 19. Jahrhundert erlebte die Maultrommel durch das wachsende Interesse an Volksmusik, „World Music“ und experimentellen Klangformen eine Wiederentdeckung. Einen wichtigen Impuls setzte der Verein mit dem 3. Internationalen Maultrommelfestival und Kongress 1998 in Molln. Bis heute setzt sich der Verein dafür ein, alle Formen des Maultrommelspiels – ob modern oder traditionell – zu fördern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Weitergabe und Wiederbelebung der traditionellen Wechselspieltechnik.
Geschichten zur Geschichte (von Franz Kumpl)
1991 organisierte ich im Auftrag der Hilfsorganisation CARE Österreich den Transport und die Verteilung von sieben Containern mit Milchpulver in Jakutien. Ich hatte, wie immer auf Reisen, ein Set mit vier Mollner Maultrommeln mit. Dieses Instrument hatte ich als Bub durch den neuen Pfarrer in Marchtrenk kennengelernt, der vorher Kaplan in Molln war und einer der besten Freunde meines Vaters wurde. Aber zurück in den Juni 1991: „Ganz zufällig“ fand genau in den Tagen meiner Anwesenheit in Jakutsk der 2. Internationale Maultrommelfestival-Kongress statt. Ich kannte damals weder das russische („Vargan“) noch das jakutische Wort („Chomus“) für Maultrommel und nach dem Symbol dachte ich zunächst, es wäre ein Apotheker-Kongress. Meine Begeisterung kannte keine Grenzen! Waren doch hier Maultrommelspieler:innen und -forscher:innen aus den USA (v.a. Fred Crane, Larry Hanks, Gordon Frazier, Mike Seeger), Japan (Vertreterinnen der Ainu), aus den Sowjet-Republiken (Kirgistan, Kasachstan, Turkmenistan, Estland) und John Wright aus Frankreich versammelt. Zu dieser Zeit dachte man in Österreich noch, dass es die Maultrommel nur in der Alpenregion von Österreich, Bayern, Italien und der Schweiz geben würde. Der Hauptorganisator des Festivals in Jakutien war Iwan Alexejev. Er wusste um die Bedeutung von Molln in der Maultrommelgeschichte, und so ernannte er mich gleich zum Repräsentanten des jakutischen Maultrommel-Netzwerks für Österreich; war ich doch der einzige Maultrommel-spielende Österreicher, den er zu diesem Zeitpunkt kannte.


Wieder in Österreich angekommen, begann ich alles Erhältliche über die Maultrommel in Österreich zu lesen. Mein Fernziel war, in Molln (wo denn sonst in Österreich?) das dritte internationale Zusammentreffen der Maultrommelspieler:innen aus der ganzen Welt zu organisieren. Zunächst wurde es im Mai 1993 eine Tournee der besten Maultrommelspieler:innen Jakutiens durch Österreich. Das Publikum war begeistert von den Klängen, welche insbesondere die Virtuosen Spiridon Shishigin und Albina Degtaryova aus diesem Instrument hervorbrachten. Es erging ihnen offensichtlich ähnlich wie dem erlauchten Publikum bei den Konzerten von Eulenstein, Franz Paula Koch und Pater Bruno Glatzl in der Zeit der Romantik im späten 18. und frühen 19. Jhdt. Die Tontechniker des letzten Konzerts in Wien luden uns ein, am Tag nach dem Konzert (es war bereits der Abreisetag) eine Aufnahme zu machen. So entstanden 1993 die Tonkassette und dann die CD „Khomus“ unter Mitfinanzierung der Hilfsorganisation CARE; die Einkünfte gingen an humanitäre und technische Hilfsprojekte in der bereits zerfallenen Sowjetunion. Ich arbeitete damals als Projektmanager für CARE in den SU-Nachfolgestaaten und als Lehrbeauftragter für Kulturkunde am Slawistik-Institut der Uni Wien. Kulturelle Projekte zwischen Russland und Österreich waren mein unbezahltes Hobby. Da ich um die schmiedetechnische und akustische Überlegenheit der jakutischen Maultrommeln wusste, organisierte ich für den Sommer 1994 im Rahmen meiner CARE-Projekte den Knowhow-Transfer des jakutischen Schmieds Iwan Christoforov an Sepp Jofen. Von den Mollner Maultrommelschmieden dieser Zeit – Franz Wimmer, Karl Schwarz sr und eben Sepp Jofen – war nur Sepp an diesem Knowhow zur Produktion von hochqualitativen geschmiedeten und gestimmten Maultrommeln interessiert. Damals entstand Jofens „Jakutische“, die bis zum heutigen Tag Miloslav und sein Sohn Petr Sesulka in der Nachfolge Jofens produzieren.
Um das dritte Internationale Festival organisieren zu können, war mir bewusst, dass ich Mitkämpfer brauchte, dass wir eine organisatorische Basis brauchten und dass die lokale Bevölkerung in Molln auf das große Festival vorbereitet werden musste. Die Mitkämpfer fand ich in Franz Sieghartsleitner, Geschäftsführer des Vereins „Eisenstraße“, Adi Staufer, dem Obmann des Museumsvereins, Franz Steiner vom Kulturausschuss der Gemeinde Molln und, ganz wichtig, in Manfred Russmann, der gerade mit den „Mollner Maultrommlern“ aufzutreten begonnen hatte. Als organisatorische Basis gründeten wir zuerst 1994 die „ARGE Maultrommel“, 1995 registrierten wir den Verein „Mollner Maultrommelfreunde“, den wir dann 1997 in den „Österreichischen Maultrommelverein“ umbenannten. 1998 hatte der Verein 88 Mitglieder. Im Beirat des Vorstands hatten wir Kapazunder wie Volker Derschmidt vom OÖ Volksliedwerk, Angela Mohr (Autorin des Standardwerks „Die Geschichte der Mollner Maultrommelerzeugung“, 1998) und Maria Walcher vom Österr. Volksliedwerk (später leitete sie die Abteilung für immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO). Mit kleinen Maultrommelkonzerten und einem größeren Festival vom 20.-22.Sept.1996 mit den Maultrommelspielern Österreichs (Mollner Maultrommler, Bodo Hell), Bayerns (Günther Arnold, Fritz Mayr), Südtirols (Hans Jocher), der Schweiz (Anton Bruhin), Tschechiens und als „Teaser“ die jakutischen Virtuosen Iwan Alexejev und Spiridon Shishigin bereiteten wir den Boden auf. Bei der Nachbesprechung zum erfolgreichen Festival fragte ich als Vereinsobmann in die Runde, ob wir uns das 3. Internationale Maultrommel-Festival mit Kongress zutrauen würden. Der anwesende Bürgermeister meinte: „Da wären wir ja dumm, wenn wir das nicht täten!“
Wir hatten eine wahrlich exzellente Gruppe für eine professionelle Vorbereitung und Organisation des Festivals! Manfred Russmann war mein Stellvertreter (in den Monaten vor und nach dem Festival stellten wir Manfred an, um keine Verzögerungen bei der internationalen Kommunikation und den diversen Finanzierungsanträgen in Kauf nehmen zu müssen), Heinz Dornmayr war der Kassier, im Vorstand waren noch Armin Gruber, Franz Steiner und die leider bereits verstorbenen Heinz Anzinger und Reinald Breinesberger. Wir stellten Finanzierungsansuchen an alle möglichen privaten und institutionellen Geldgeber in Molln, beim Land OÖ, bei der Kultur- und Wissenschaftsabteilung des Bundes und bei der EU. Wir schafften es tatsächlich, das Festival auf solch finanziell solide Beine zu stellen, dass wir uns noch nach dem Festival die Produktion von CDs leisten konnten und wir sogar jetzt, im Jahre 2026, die Produktion dieser Website finanzieren können. Mein Ziel für das Festival war, mit dem Ende des Kalten Krieges eine Balance zwischen Ost und West herzustellen. Das bedeutete gleich viele Maultrommler:innen aus Japan, Vietnam, Taiwan, Indien, Russland (Jakutien, Baschkortostan, Tuwa, Altai), Kirgistan und Kasachstan einerseits und Europa mit Österreich, Deutschland, Finnland, Norwegen, England, Niederlande, der Slowakei, Polen, Ungarn, der Schweiz, Italien und den USA andererseits. Aus Österreich kamen die Mollner Maultrommler, das Ensemble Ursula Leitner und Albin Paulus mit Mitgliedern des Tassilo-Quartetts. Bayern war vertreten durch Günther Arnold mit Annelies Brandstätter und dem Maultrommeltrio Hüttlinger. Das Duo „Attwenger“ spielte, Bodo Hell zeigte eine Performance mit Hil de Gard und Maultrommel-Kompositionsaufträge ergingen an Hans Pomassl und Christian Fennesz. Für viele Besucher:innen ist dieses Festival vom 22.-28. Juni 1998 noch heute eines der besten und schönsten ihres Lebens. Auf dem Kongress wurde auf Initiative der Grand Seigneurs der internationalen Maultrommelszene – Fred Crane, John Wright und Iwan Alexejev – die Internationale Maultrommel-Gesellschaft initiiert und etabliert. Ich wurde gebeten, den Posten des Präsidenten zu übernehmen. Nun, ich spreche die beiden wichtigen Sprachen in Ost und West – Russisch und Englisch –, nenne jedoch Deutsch meine Muttersprache, bin aber nicht aus dem für viele vorbelasteten Deutschland, sondern aus dem neutralen Österreich. Und so gerne ich auch Maultrommel spiele, musste ich doch eingestehen, dass ich ein besserer Organisator und Manager als Musiker und Musikforscher bin. Dieses 3. Internationale Maultrommelfestival bewirkte, dass für mehrere Folgejahre jährliche Festivals und Maultrommel-Workshops in und um Molln höchst erfolgreich durchgeführt wurden. Für den jakutischen Virtuosen Spiridon Shishigin war Molln zur zweiten Heimat geworden.


Von 2002-2008 war Manfred Russmann Obmann des Maultrommelvereins, während ich selbst für europäische Consulting-Firmen EU-finanzierte Sozialprojekte in Russland durchführte. In diesen Nuller-Jahren geriet der Maultrommelverein in seine erste schwere Krise. Zitat aus dem 1. Maultrommlerbrief vom 22.April 2009: „Mit Januar 2008 kam ich (FK) wieder nach Österreich zurück, und zusammen mit Manfred Russmann und den Maultrommelmusikern Albin Paulus und Wolf Janscha überlegten wir, was wir in dieser Situation tun könnten. Die Bandbreite reichte von Vereinsauflösung über Verschmelzung mit einem anderen Mollner Verein bis zur Reaktivierung des Österreichischen Maultrommelvereins. Wir kamen zum Schluss, dass es in Österreich einen Maultrommelverein geben sollte. Dieser Verein sollte Veranstaltungen organisieren, Interessierte über Maultrommlerisches informieren, die Maultrommelproduktion stimulieren, die traditionelle österreichische Spielweise pflegen und neue Herangehensweisen an das Maultrommelspiel fördern.“ Da sich der „alte“ Vorstand nicht in der Lage sah, diese Reaktivierung durchzuführen, beschlossen wir mit einem neuen Vorstand und von Wien aus dieses Unternehmen anzugehen. Der Bezug zu Molln sollte dabei jedoch erhalten bleiben, ist doch Molln die wichtigste Produktionsstätte Österreichs, und befinden sich hier das Maultrommelmuseum und die restaurierte Maultrommelschmiede, das „Hoisnhaus“. Bei der Generalversammlung am 31. August 2008 in Frauenstein bei Molln wurde der Rücktritt des alten Vorstands beschlossen und der Wahlvorschlag einstimmig angenommen. Somit bestand der neue Vorstand aus Franz Kumpl (Obmann), Wolf Janscha (Obmannstellvertreter), Albin Paulus (Schriftführer) und Silke Hahn (Kassierin). Ab 2010 war Bernhard Mikuskovics als Schriftführer-Stv für die Homepage zuständig und Manfred Cizek ersetzte Silke Hahn. Wir richteten die Homepage www.maultrommelverein.at ein und etablierten im Café Concerto einen Maultrommel-Stammtisch, der jeden 3. Dienstag (ab 2010 jeden 4. Mittwoch) im Monat stattfand. Die Maultrommel-Aktivitäten wurden in den 2010er Jahren wieder dichter und führten zu den von Bernhard Hanreich organisierten Maultrommel-Jams und Oberton-Festivals auf Schloss Feldegg (jährlich von 2011-2014). Die Mollner Maultrommler traten in Japan und Jakutien auf, die Albrechtsberger-Maultrommelkonzerte wurden von Albin Paulus und Simone Prein aufgeführt, an verschiedenen Orten wurden Maultrommel-Workshops abgehalten, die Mollner Maultrommelschmiede Franz Wimmer, Karl Schwarz und insbesondere Sepp Jofen verkauften erfolgreich ihre Instrumente, zahlreiche Maultrommel-CDs wurden veröffentlicht (u.a. „Sulfur“ von Wolf Janscha, „Elephant Road“ und „Universal Language“ von Robert Koch und seinem LOOPING Jaw Harp Orchestra, „LUX NATUS EST“ von Bernhard Mikuskovics, „Jodulator“ von Albin Paulus) und der Mollner Christian Hatzenbichler schrieb seine Diplomarbeit über die Maultrommel in Österreich. Auf dem 7. Internationalen Maultrommelfestival von 21.-23. Juni 2011 in Jakutsk nahm über Vermittlung des Maultrommelvereins eine größere Delegation aus Österreich teil. Sie bestand aus den Maultrommelensembles „Mollner Maultrommler“, „Maul- und Trommelseuche“ sowie dem Trio Albin Paulus, Wolf Janscha und Bernhard Mikuskovics. Auf Anraten von Maria Walcher stellten wir 2011 den Antrag zum Eintrag des Maultrommelspiels (Wechselspieltechnik) in die Liste des UNESCO Immateriellen Kulturerbes. Die wissenschaftlichen Expertisen steuerten Volker Derschmidt und Gerlinde Haid bei. 2012 erhielten wir die offizielle Urkunde von der UNESCO. 2014 folgte das Element „Erzeugung der Mollner Maultrommel“ als Immaterielles Kulturerbe. Mit finanzieller Unterstützung des BMUKK konnten wir in diesen Jahren regelmäßig österreichische Maultrommelspieler zu internationalen Festivals schicken. Der Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke entpuppte sich als großer Maultrommel-Fan und erlaubte uns, Passagen seines Romans „Die Morawische Nacht“, in dem ein Maultrommel-Festival bei Wien beschrieben wird, zu verwenden. Auf Seite 345 schreibt Peter Handke: „Sogar die beiden Österreicher, die zuletzt als einzige gemeinsam, unisono einsetzten, im Rhythmus eines Ländlers, oder war es eine Polka?, gerieten nach den ersten paar Takten willig außer Takt, mit so glänzenden Augen wie alle die anderen vor ihnen, und verfielen, jetzt der, jetzt der, in ein Wechselspiel, das allein aus einem durch die eine Stahlseite zwischen den Lippen hörbar gemachten Einander-Zuatmen bestand, ein Tönen jenseits von oder eher vor Sprechen und Musik, so wie auch die Maultrommel, wenn überhaupt ein Instrument, so eines vor jedem Sprechen und vor jeder Musik war, (…)“.




2015 ging der Höhenflug des Maultrommelvereins wieder zu Ende. Nacheinander legten Bernhard Hanreich, Bernhard Mikuskovics, Robert Koch und zuletzt auch ich als Obmann ihre jeweiligen Vorstandsfunktionen zurück, und ein neuer Vorstand unter Obmann Andreas Russmann und mit Sitz in Molln übernahm das Ruder. Diese zweite Krise entzündete sich an der Ausrichtung des Maultrommelvereins: Organisator von Konzerten und Festivals oder Kompetenzzentrum für Maultrommel? Leider wurde aus beiden strategischen Zielen nichts und im September 2018 kam es zur wiederholten Neukonstituierung des Maultrommelvereins in Wien. Zum Obmann wurde Wolf Janscha gewählt. Ich übernahm den Obmann-Stv, Michael Schieder den Schriftführer und Andrej Andreev die Betreuung der Homepage. Wir planten, das 9. Internationale Maultrommelfestival für 2019 nach Österreich zu bringen. Als jedoch sowohl der Generalsekretär der Internationalen Maultrommelgesellschaft, Nikolaj Shishigin, und auch Eduard Sageder, der wichtigste Projektpartner in Molln, an Krebs schwer erkrankten und uns bewusst wurde, dass wir im Unterschied zu 1998 über keine genügend starke Vereinsmitgliedschaft von freiwilligen Mitarbeiter:innen verfügten, mussten wir diesen Plan wieder fallen lassen. Wenigstens schafften wir am 21. Juni 2019 ein Galakonzert der österreichischen MaultrommelspielerInnen zum Anlass der Aufführung des 1. Maultrommel-Theaterstücks „Die Verteidigung von Molln“ von Thomas Arzt (mit Live-Maultrommel von Manfred Russmann) im Nationalparksaal Molln. Vertreten waren u.a. die Russmanns aus Molln, die Innviertler Bernhard Hanreich und Klaus Heitzinger, die Linzer Christoph Schulz und Jörg Horner, die Wiener Albin Paulus, Robert Koch und Andrej mit New Urengoy, der Burgenländer Bernhard Mikuscovics, die Kärntnerin Simone Prein, die Bayern Günther Arnold und Fredi Hüttlinger.
Die Corona-Jahre forderten ab 2020 ihren Tribut und schickten den Verein in seine dritte Krise. Auch die Neuwahl des Vorstands im September 2022 brachte keinen Aufschwung. Obmann war weiterhin Wolf Janscha, Obmann-Stv Franz Kumpl, Schriftführer wurde Klaus Heitzinger, mit Stv Bernhard Hanreich, und den Kassier machte Jan-Simon Gumpenberger. Die jährlichen Maultrommelbriefe wurden eingestellt, die Homepage wurde korrumpiert und ging letztendlich verloren. Wenigstens schafften wir es, das Archivmaterial des 3. Internationalen Maultrommelfestivals 1998 in Molln vollständig digitalisieren zu lassen. Die Digitalisierung und somit Rettung der fast 25 Jahre alten ADAT-Bänder wurde in mühsamer Handarbeit von ATS Records (Reinhard Brunner), der auch damals die Aufnahmen gemacht hatte, umgesetzt. Wir empfanden es als einen wertvollen kulturellen Beitrag, die Aufzeichnungen des kompletten Festivals zu erhalten und in das nächste Jahrtausend zu überführen, da ADAT technologisch ein aussterbendes Format war. Generell jedoch zeigte der Maultrommelverein in den frühen 2020er Jahren Inaktivität, wohingegen sich langsam eine Wiederbelebung der Maultrommelszene aus der Provinz ankündigte. Regelmäßig trafen sich der Innviertler Maultrommelstammtisch um Klaus Heitzinger und Bernhard Hanreich, der Bayrisch-Tirolerische Maultrommelstammtisch um Sigrid Bruckner-Juen, Gertraud Melchner und Ulrike Töchterle sowie die Mühlviertler Maultrommler:innen um Traudi Eibensteiner. Mehr oder weniger aktiv waren auch die Virtuosen Albin Paulus, Manfred Russmann, Wolf Janscha und Christoph Schulz.
Im Herbst 2025 war dann die Zeit reif für einen ernsthaften Relaunch des Maultrommelvereins. Traudi Eibensteiner bat mich um Bekanntgabe meiner Maultrommel-Kontakte, da sie vom Österreichischen Konsulat in Taiwan gebeten worden war, Maultrommelkontakte in Österreich zu übermitteln. Zu diesem Zeitpunkt trug ich mich schon einige Monate mit dem Gedanken eines Neuanfangs des Vereins und so sammelten wir miteinander Kontakte und Adressen. Der Relaunch des Maultrommelvereins fand am 29. November 2025 im Stiegl-Klosterhof in Linz statt und stand im Zeichen der Vernetzung der verschiedenen Gruppen und Individuen in Österreich und Bayern, die Maultrommel spielen, darüber forschen oder einfach an der Maultrommel interessiert sind. Womit wir in der Gegenwart und beim neuen Vorstand angekommen sind.

